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Thema im Fokus – Die deutsche Wirtschaft boomt im zweiten Quartal

Die jüngsten Konjunkturdaten für Deutschland haben für eine positive Überraschung gesorgt. Das Bruttoinlandsprodukt, das heißt der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb der Landesgrenzen hergestellt wurden, ist im zweiten Quartal 2010 stärker gestiegen als erwartet – um 2,2 % gegenüber dem Vorquartal.

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2010 um 2,2 % gegenüber dem Vorquartal und lag damit deutlich über den Erwartungen. Im Vorjahresvergleich erhöhte es sich um 4,1 %.
Dies ist der stärkste Quartalsanstieg seit 23 Jahren und bestätigt die schon in den vorlaufenden Indikatoren erkennbare ungewöhnlich kräftige Erholung der Wirtschaft nach dem Krisenjahr 2009. Günstig ist auch, dass der Aufschwung sowohl vom Ausland als auch vom Inland getragen wird. Besonders der Export und die Investitionen trugen zum Wachstum bei. Aber auch der private und staatliche Konsum leisteten einen positiven Beitrag. Positiv ist außerdem zu vermerken, dass das Statistische Amt eine Revision der Vorquartale durchgeführt hat. Im ersten Quartal stieg das BIP danach um 0,5 % (vorläufig 0,2 %). Auch die Zahlen für das letzte Jahr wurden etwas angehoben.
Nach diesen Zahlen werden die Jahresprognosen deutlich nach oben gehen, zumal zurzeit kein Einbruch für das dritte und vierte Quartal sichtbar ist. Vielmehr zeigen die Stimmungsindikatoren weiterhin ein günstiges Wachstum an. Auch wenn die Dynamik sich abschwächen wird, ist aufgrund der Breite der Wirtschaftsentwicklung ein Abgleiten in eine Rezession nicht zu erwarten.
Die Prognosen für das BIP in Euroland dürften ebenfalls nach oben gehen, zumal Frankreich mit einem Quartalswachstum von 0,6 % gegenüber dem Vorquartal etwa im Rahmen der Erwartungen ebenfalls solide gewachsen ist.
Für die Geldpolitik spielt dieser Anstieg unmittelbar keine Rolle. Dennoch sollte berücksichtigt werden, dass die Zahlen signifikant über den Werten der mittleren Projektion der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen. Die Erwartungen an eine Erhöhung der Leitzinsen in Euroland dürften sich bei einer Bestätigung des Wachstumstrends in den kommenden Quartalen nicht weiter nach hinten verlagern.

Stand: August 2010

Die enthaltenen Aussagen zur Marktlage stellen unsere eigene Ansicht der geschilderten Umstände dar. Hiermit ist weder eine Allgemeingültigkeit noch eine Empfehlung beziehungsweise Anlageberatung verbunden.

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